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Neger in der Ubahn

heroingesicht, roter pulli,

vornüber gebeugt und verschränkt,

sieht mich an.

 

schließe mein buch,

betrunkener Serbe.

stille Resignation, knöchelknacksende verblendung.

sieh mich an.

 

setzen wir uns woanders hin? ich setz mich weg und du bleibst hier.

gespuckter altruismus. seht mich an.

 

 

 

 

 

1 Kommentar 4.10.08 17:56, kommentieren

frischelungen

ich stelle meinen letzten wiskysour auf den tisch und fahre mit dem bus nachhause. ich kleid hüllt ihren alten hals in mattroten schein, ihre augen fallen in beleuchtete fenster vorbeifahrender häuser.

"aber aber meine dame, sie werden doch nicht weiterhin ihre taschen mit alten romanen beschweren? mühen sie sich doch nicht so, atmen sie die frische zeit, atmen sie die kühle frische jener unsrigen neuen zeit, atmen sie deren junge seelen, leicht und frisch. schmecken sie sie auf der zunge meine dame, auf ihrer alten ledernen zunge, schmecken sie sie! ihre lunge wird es ihnen danken, weiße, klare zeit unbeschrieben, meine dame unbeschrieben. hier! werfen sie ihre alten seiten weg, hier, werfen sie sie weg! werfen sie sie schon weg den aufgesammelten scheißdreck, sind sie ein beuteltier, das seine scheiße behütet wie ein kind? angesammelt haben sie den dreck in ihren taschen und stickend trieft es aus ihren augen. werfen sie ihre huren romane weg, den grind der zeit, den kot ihres alten scheißlebens. das haben sie geschafft, schwere bücher mit abfall angesammelt, erbärmliches miststück."

ein haufen ausscheidung im roten kleid.

30.10.08 17:29, kommentieren